Karate - Historischer Hintergrund

Ursprung und Entwicklung

Der Name KARATE-DO

Karate-Do wurde früher wie heute meist nur als Karate bezeichnet. Das Do bedeutet Weg und wird angehängt um den philosophischen Hintergrund und die Bedeutung als Lebensweg zu verdeutlichen. Das japanische Schriftzeichen für Kara hieß ursprünglich China. So wurden die chinesischen Ursprünge im Namen kundgemacht. Ende der dreißiger Jahre wurde das Schriftzeichen aus politischen Gründen geändert. Dies wurde immer noch „kara“ gelesen, bedeutete jedoch leer. Das Schriftzeichen für  „te“ bedeutet Hand. Also heißt  Karate-Do „der Weg der leeren Hand“, was ausdrückt, dass der Karatekämpfer oder auch Karateka waffenlos ist.

Ursprung

Worin besteht die Notwendigkeit des Kämpfens ohne Waffen?

Der Ursprung dafür liegt im 6. Jahrhundert. In dieser Zeit entwickelten buddhistische Mönche des chinesischen Klosters Shaolin aus gymnastischen Übungen eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung, das Shaolin-Quanfa, später Kungfu.

Karate in seiner heutigen Form, hat seinen Ursprung zwischen dem Pazifik und dem ostchinesischen Meer auf den Ruy-Kyu-Inseln, insbesondere der Hauptinsel Okinawa. Diese war ein begehrtes Handelszentrum im ost- und südasiatischen Gebiet. Dadurch gelangten erste Eindrücke des chinesischen Quanfa nach Okinawa. Diese entwickelten sich, vermischt mit dem einheimischen Kampfsystem Te, zu Okinawa-Te. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung Okinawas, kam es lange Zeit immer wieder zu Aufständen und Unruhen. Als es dem damaligen König Sho Shin 1416 gelang das Land zu einigen, erteilte er, um den Frieden zu erhalten, ein Verbot Waffen zu tragen. Durch dieses Verbot kam es erstmals zu einem Aufschwung des Okinawa-Te. 1609 wurde die Inselkette von dem japanischen Satsuma-Clan besetzt und von diesem unter ein verschärftes Waffenverbot gestellt, welches sogar jeglichen Besitz von Waffen unter eine schwere Strafe stellte.

Die Bevölkerung stand dadurch mit leeren Händen da. Um sich so gegen herrenlose Samurai, plündernden Banden und Willkürakte der Machtinhaber schützen zu können, entwickelte man in kleinen Kreisen jeweils eigene Systeme. In diesen ging es darum, den Gegner mit einem Schlag oder Tritt töten zu können, da ein Unbewaffneter kaum eine Chance gegen einen Bewaffneten gehabt hätte. Auch wurden Alltagsgegenstände und Werkzeuge in tödliche Waffen verwandelt. Aufgrund der tödlichen Wirkung setzten die Japaner, einige Zeit später, Okinawa-Te ebenfalls unter Strafe. Das Wissen über diese Kampfkunst konnte daher nur noch geheim weiter gegeben werden. Die Techniken wurden als verschlüsselte, gebündelte Bewegungsabläufe, den so genannten Katas weitergegeben.

So kam es zur Entwicklung zahlreicher, unterschiedlicher Stile: Dem Naha-Te und dem Tomari-Te welche sich später zum Shorei-Ryu zusammenschlossen, in welchem auf Kraft, Stärke, Stabilität und Festigkeit großen Wert gelegt wurde. Der Stil des Shuri-Te, welcher später Shorin-Ryu genannt wurde, befasste sich mit der psychischen Stärke, der Atmung, den inneren Kräften und Energien und lehrt überwiegend weiche Ausweichbewegungen.

Entwicklung des modernen Karate

1875 wurde Okinawa eine Präfektur von Japan, wodurch sich die politische Situation Okinawas entspannte. Karate musste nun nicht mehr heimlich geübt werden.

Ab 1902 wurde Karate offiziell als Schulsport an den Schulen Okinawas gelehrt, nachdem der Karatemeister Itosu einen Lehrplan für den Schulunterricht erstellt hatte, in dem er einfachere Katas entwickelte. Karate unterzog sich zu dieser Zeit einer drastischen Wendung. Es sollte nun nicht mehr zur Selbstverteidigung, sondern der Körperertüchtigung dienen. Der wichtigste Reformer war Gichin Funakoshi, welcher das Karate strukturierte und systematisierte. 1906-1915 hielt Funakoshi mit seinen Schülern auf ganz Okinawa Vorführungen ab. Die Popularität des Karate, die dadurch entstand, begann mit seiner ersten Demonstration 1922 in Tokio, auch in Japan zu steigen.

Zum Zweck der militärischen Ausbildung wurde Karate wenig später auch an Universitäten gelehrt, was letztlich auch zur Anerkennung als nationale Kampfkunst führte. Durch den II. Weltkrieg und die anschließende amerikanische Besatzung kam das Karate in den fünfziger und sechziger Jahren in die Vereinigten Staaten. Nach dem Krieg fanden auch die ersten Meisterschaften statt, wodurch es gänzlich zu einer Umwandlung vom traditionellen Karate zu einem modernen Kampfsport kam. Dies wurde allerdings von einigen Meistern nicht als gut geheißen. Auch die vielen Stilrichtungen, welche sich aus dem Karate gebildet hatten, wurden von diesen abgelehnt.

Die Vier größten Stilrichtungen waren das am weitesten verbreitete Shotokan, welches von Funakoshi begründet wurde, das Goju-Ryu, das Shito-Ryu und das Wado-Ryu (siehe Abb. 1). Nachdem das Karate 1954 erstmals nach Europa kam, wurde 1957 auch in Deutschland das erste Dojo gegründet. Heute ist es weltweit verbreitet.

Warum die Stilrichtung Koshinkan?

Koshinkan- Karate ist eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung und ein vielseitiges Wettkampf – und Breitensporttraining. Wie in anderen Stilrichtungen auch wird im Koshinkan die Grundschule (Kihon), die Kata (mit Bunkai) und der Kampf (Kumite) trainiert und geprüft. Die Besonderheit im Koshinkan liegt darin, dass neben Kihon, Kata und Kumite auch die Selbstverteidigung eine große Rolle spielt. Daher wird im Koshinkan von den vier Säulen gesprochen. Bereits bei Anfängern wird Wert auf ein flexibles, praxisorientiertes Partnertraining und auf vielseitige und anwendungsorientierte Ausführungen und Kombinationen gelegt. Das KIHON- (Grundschul-) Training dient der Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Dynamik.

Der Koshinkan-Karateka bewegt sich schon im Grundschultraining, nicht wie in den traditionellen Stilrichtungen, nur vor- und rückwärts, sondern flexibel in alle Richtungen und alle Abwehrhandlungen werden fast ausnahmslos mit nachfolgenden Konter- und Angriffstechniken kombiniert. Das Prüfungsprogramm besteht aus einem Basis- und/ oder einem Dojo internen Programm. Es bezieht sich zu einem großen Teil auf Selbstverteidigung und anwendbare Angriffs- und Abwehrkombinationen. Die Prüfer des Koshinkan-Karate betrachten dieses Prüfungsprogramm als „Rahmenprüfungsprogramm“, aus denen dem Prüfling entsprechende Aufgaben unter Berücksichtigung seines Alters, seiner motorischen Fähigkeiten und weiterer Aspekte gestellt werden.

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